FAQ - Antworten auf Ihre Fragen zu ConCertainty

ConCertainty

ConCertainty unterstützt Labore dabei, Messunsicherheiten methodisch korrekt und nachvollziehbar zu bestimmen. Das System führt selbst keine Messungen durch – es nimmt vorhandene Messwerte entgegen, strukturiert sie und berechnet daraus die Messunsicherheit in Anhlehnung an die DIN ISO 11352. Das Ergebnis ist ein dokumentierbarer, normkonformer Nachweis darüber, wie groß die Streuung Ihrer Messergebnisse ist – und woher sie kommt.


Für wen ist ConCertainty gedacht?

ConCertainty richtet sich an Labore, die:

  • im Rahmen einer Akkreditierung nach ISO/IEC 17025 Messunsicherheiten nachweisen müssen,
  • eine strukturierte, reproduzierbare Grundlage für ihre Qualitätsnachweise suchen,
  • oder in der Metall-, Baustoff- oder Recyclingbranche tätig sind und mit Referenzmaterialien, internen Wiederholungsmessungen und Ringversuchsteilnahmen arbeiten.

In welchen Branchen ist ConCertainty einsetzbar?

ConCertainty ist nicht branchenspezifisch, aber besonders gut geeignet für Labore, die mit:

  • metallischen Werkstoffen (z. B. Aluminium, Stahl, Kupfer),
  • Baustoffen (z. B. Zement, Gestein, Recyclingmaterial),
  • anorganischen Parametern (Elementgehalte, chemische Zusammensetzungen)

arbeiten. Prinzipiell ist jedes Labor geeignet, das interne Wiederholungsmessungen und/oder Vergleichswerte aus Referenzanalysen oder Ringversuchen als Datengrundlage nutzt.


Welche Normen liegen ConCertainty zugrunde?

Die Berechnungslogik folgt der DIN ISO 11352, die das Verfahren zur Schätzung der Messunsicherheit auf Grundlage von Validierungs- und Qualitätssicherungsdaten beschreibt. Die konzeptionelle Grundlage bildet der GUM (Guide to the Expression of Uncertainty in Measurement). ConCertainty unterstützt damit mittelbar die Anforderungen der ISO/IEC 17025 an den Nachweis der Messunsicherheit im Rahmen einer Laborakkreditierung.


Welche Berechnungen führt ConCertainty durch?

Bei der Berechnung der Messunsicherheit werden zwei Unsicherheitsbeiträge berücksichtigt:

  • Reproduzierbarkeit (zufällige Abweichungen): ermittelt aus Wiederholungsmessungen an einer Laborprobe.
  • Vergleichbarkeit (systematische Abweichungen): ermittelt entweder aus Messreihen an zertifizierten Referenzmaterialien oder aus Ringversuchsteilnahmen.

Aus beiden Beiträgen berechnet ConCertainty die kombinierte und erweiterte Messunsicherheit. Der Erweiterungsfaktor k ist konfigurierbar; k = 2 entspricht einem Vertrauensniveau von ca. 95,45 %.


Welche Messdaten kann ich erfassen?

Sie können Werte einpflegen, die in Ihren Laborgeräten, Ihrer Laborsoftware oder in handschriftlichen Protokollen vorliegen. 

Erfasste Daten werden strukturiert einer Laborprobe und einem Prüfprofil zugeordnet. Ein Prüfprofil kombiniert:

  • das Prüfverfahren (Norm, SOP oder hauseigene Methode),
  • die Matrix (z. B. Aluminium, Wasser, Bodenprobe),
  • die relevanten Parameter mit ihrer Einheit (z. B. Si, Fe, Cu in %).

Diese Zuordnung stellt sicher, dass Messdaten eindeutig kategorisiert und für spätere Auswertungen korrekt verwendet werden.


Führt ConCertainty selbst Messungen durch?

Nein. ConCertainty ist kein Messinstrument und kein LIMS. Es verarbeitet ausschließlich Messwerte, die außerhalb der Anwendung erzeugt wurden – z. B. in Laborgeräten, einem LIMS oder Messtabellen.


Wie gebe ich Messwerte ein – muss ich alles manuell tippen?

Nein. Messwerte können sowohl manuell in eine Tabelle eingetragen als auch per CSV-Datei importiert werden. Beim Import werden die Spaltenüberschriften automatisch mit den Parameterkennungen des gewählten Prüfprofils abgeglichen. Spalten, die keiner Parameterkennung entsprechen, werden ignoriert. Enthält die CSV-Datei Zeitstempel, erkennt ConCertainty diese automatisch.


Kann ich Ringversuchsteilnahmen als Datengrundlage nutzen?

Ja. ConCertainty unterstützt die Erfassung von Ringversuchsteilnahmen als eigene Datenbasis. Für jede Teilnahme werden die Werte aus dem Auswertebericht des Veranstalters eingetragen – Eigenwert, Konsenswert, Vergleichsstandardabweichung und Teilnehmeranzahl pro Parameter. Diese Daten stehen anschließend als Grundlage für den Beitrag zur Vergleichbarkeit in der Messunsicherheitsberechnung zur Verfügung.


Kann ich Referenzmaterialien verwalten?

Ja. Laborproben können mit Zertifikatsdaten versehen werden – zertifiziertem Wert, Unsicherheit und Erweiterungsfaktor k pro Parameter. Sie werden damit zu rückführbaren Referenzproben und können als Grundlage für den Beitrag zur Vergleichbarkeit herangezogen werden.


Welche Stammdaten kann ich pflegen?

  • Einheiten – umfangreicher Systemkatalog, gegliedert nach Kategorien (Druck, Temperatur, Elektrische Spannung u. a.)
  • Parameter – alle 118 PSE-Elemente sind systemseitig vorbelegt; weitere Parameter (z. B. pH-Wert, Fluorid, Sulfat) können frei angelegt werden
  • Prüfverfahren – Normen, SOPs und interne Hausmethoden, optional mit Beschreibung und Verlinkung auf das Normdokument
  • Matrizes und Materialien – z. B. Matrix „Aluminium" mit Materialien wie AlSi10MnMg oder S355
  • Prüfprofile – Kombination aus Prüfverfahren, Matrix und Parametern mit Einheiten
  • Laborproben – mit optionalen Zertifikatsdaten für rückführbare Referenzmaterialien

Was muss ich vor der ersten Auswertung anlegen?

  • Mindestens eine Matrix mit zugehörigen Materialien
  • Mindestens ein Prüfverfahren
  • Mindestens ein Parameter (PSE-Elemente sind bereits systemseitig vorbelegt)
  • Ein Prüfprofil, das diese Elemente kombiniert
  • Mindestens eine Laborprobe mit zugeordneten Messwerten

Empfohlener Einstieg: Stammdaten in der oben genannten Reihenfolge anlegen, dann Laborproben und Messreihen erfassen.


Wie läuft eine Auswertung ab?

  • Falls notwendig: Stammdaten anlegen/ergänzen (Einheiten, Parameter, Prüfverfahren, Matrizes, Prüfprofil).
  • Laborproben registrieren und ggf. mit Zertifikatsdaten versehen.
  • Messwerte erfassen – manuell oder per CSV-Import.
  • Optional: Ringversuchsteilnahmen erfassen.
  • Auswertung starten: Prüfprofil und Zeitraum wählen, Methode für die Vergleichbarkeit festlegen (Referenzmaterial oder Ringversuch), Datenbasis auswählen.
  • Ergebnisse je Parameter einsehen und als PDF exportieren.

Welche Ergebnisse zeigt ConCertainty pro Parameter?

Die Ergebnistabelle weist für jeden Parameter aus:

  • u_R,w – Beitrag der Reproduzierbarkeit
  • u_b,rel – Beitrag der Vergleichbarkeit
  • u_c,rel – kombinierte Messunsicherheit
  • U_rel – erweiterte Messunsicherheit (kombinierte Unsicherheit × k-Faktor)

Über eine Detailansicht können Sie die Eingangsgrößen der Berechnung einsehen, u. a. Mittelwert, Standardabweichung, Anzahl der Messungen, Referenzwert und Bias (bei Methode Referenzmaterial) bzw. D_rms,rel und u_Cref,rel (bei Methode Ringversuch).


Kann ich Ergebnisse exportieren?

Ja. Der Messunsicherheitsbericht kann als PDF exportiert werden und enthält eine Übersicht aller Parameter mit Berechnungsergebnissen, Eingangsgrößen und Metadaten der Auswertung.


Benötigt ConCertainty eine Installation?

Nein. ConCertainty ist eine Web-Anwendung und läuft ohne lokale Installation im Web-Browser.

 



Ihr Ansprechpartner

Sven Albert-Pedersen

Technical Consultant |
Lead Product Manager Measurement Uncertainty
Sven Albert-Pedersen
B.Sc., Wirtschaftsinformatiker

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